
Oft wird ADHS als „Aufmerksmkeitsdefizit und Hyperaktivitätsstörung“ bezeichnet. Diese Begriffe sind allerdings negativ behaftet und nicht immer zutreffend. In Wirklichkeit können Menschen mit der Diagnose ADHS oft eine tiefe Konzentration und einen Tunnelblick entwickeln, wenn sie sich für die Tätigkeit interessieren, die sie gerade ausüben. Dieses Phänomen nennt man Hyperfokus. Dopamin und Noradrenalin sind die Neurotransmitter, welche bei ADHS Diagnose eine zentrale Rolle spielen. Mit diesem Blogbeitrag möchte ich erklären, wie gezielt ausgewählte Musik und indische Musiktherapie den ADHS Patienten helfen kann.
Hormon Dopamin spielt hier eine zentrale Rolle
Dopamin ist wichtig für: Aufmerksamkeit, Motivation, Lernen und Belohnungsverarbeitung. Dopamin transportiert Signale direkt von einer Nervenzelle zur nächsten. Somit steuert es die Motivation, die Vorfreude, das Belohnungsgefühl und die Motorik. Die Signalübertragung des Botenstoffes Dopamin in bestimmten Hirnregionen der Menschen mit ADHS funktioniert anders. Die Freisetzung bzw. die Wirkung des Dopamin ist verändert. Dadurch kommt es zu Konzentrationsproblemen, Antriebslosigkeit und manchmal zu einem Mangel an Motivation.
Musik und Singen beeinflussen die Aktivität von Dopamin
Aktives Singen und Musikhören bewirkt, dass Dopamin in Gehirnregionen freigesetzt wird, die mit Belohnung und Motivation zusammenhängen. Spezifische Musikstücke wirken motivierend und antriebssteigernd. Besonders durch aktives Singen kann das Belohnungssystem im Gehirn aktiviert werden, wodurch die Dopaminaktivität erhöht wird. Aber auch passives Musikhören kann die gleiche Wirkung haben, wenn sie gefällt und Emotionen auslöst. Mit gezielt eingesetzter Musik kann man die Aufmerksamkeit ins Hier und Jetzt lenken, wodurch die Fähigkeit, sich zu konzentrieren deutlich verbessert wird. Die indische Musiktherapie, welche ich in Indien studiert habe kann störende Gedanken zum Schweigen bringen und eine Stille im Kopf erzeugen. Dadurch beruhigt und regeneriert sich das ganze Nervensystem im Körper. Sehr oft habe ich beobachtet, dass meine Gesangschüler nach einer Musiktherapiestunde viel ruhiger und gelassener waren. Sie berichteten mir auch, dass sie ihre innere Unruhe und Stress im Kopf durch Singen und Musikhören regulieren konnten.
Indische Musiktherapie wird auch dazu eingesetzt, um die Ausschüttung von Endorphinen, die für unser Wohlbefinden eine wichtige Rolle spielen, zu aktivieren. Das Hören und Singen von indischen Slokas bewirkt auch eine Verringerung des Stresshormons Cortisol.
